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Großvenediger - die "weltalte Majestät"

  • Eva-Maria Fankhauser
  • 16. Sept. 2021
  • 3 Min. Lesezeit

Groß, größer, Großvenediger: Eine Bergtour, die allein mit ihren eindrucksvollen Tiefblicken in die Gletscherwelt und umwerfenden Ausblicken in die umliegende Bergwelt besticht. Ein absolut lohnenswertes Ziel auf 3.657m Höhe.



Auf den fünft höchsten Berg Österreichs gibts es gleich mehrere "Normalwege" bzw. Routen. Wir haben uns für die Aufstieg über die Kürsinger Hütte entschieden. Denn eigentlich lag unser Plan weitab vom Normalweg. Wir wollten den Großvenediger über den Nordgrat erklimmen. Diesen Plan mussten wir aber bei der Ankunft auf der Hütte verwerfen. Die massive Neuschneelage machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wenige Stunden zuvor mussten erfahrene Bergführer die Beisteigung über eben diesen Grat bereits im unteren Teil abbrechen. Ein Aufstieg war zu diesem Zeitpunkt viel zu gefährlich.

Das war ein harter Schlag für uns. Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen und eben spontan umgeplant. Es sollte dann doch der Normalweg werden.




Tag1: Aufstieg zur Kürsinger Hütte

Vom Parkplatz Hopffeldboden im Obersulzbachtal in Salzburg ging es mit dem Hüttentaxi taleinwärts bis zur Materialseilbahn der Kürsinger Hütte. Von dort geht's dann zu Fuß weiter durch das herrliche schöne Tal. Wir entscheiden uns spontan für den Klettersteig - was im nachhinein definitiv der viel schönere Weg zur Hütte ist. Auch, wenn diese Route ein Stück länger ist. Der Weg führt bis zu einem Gletschersee, der eingebettet zwischen eindrucksvollen Bergriesen liegt. Hier startet der Klettersteig, den ohne Schwierigkeiten bewältigen und flotten Schrittes zur Hütte aufsteigen. Immer den Blick schon in Richtung Großvenediger gerichtet. Ein imposanter Gipfel.



Bei der Hütte angekommen gab es erst einmal eine gemütliche Rast und danach ein leckeres Abendessen. Drei Gänge und jede Menge Nachschlag später sind wir fast mit Kellner an der Bar versumpft und schließlich als letzte Bergsteiger-Gruppe endlich ins Bett gefallen. Der Wecker am Morgen klingelte später als geplant - immerhin mussten wir unsere Route über den Nordgrat umplanen und sehen dem Gipfelsieg daher etwas entspannter entgegen.



Tag2: Aufstieg zum Gipfel und Abstieg ins Tal

Um 4.30 Uhr klingelt der Wecker. Nach einem kleinen Frühstück verlassen wir mit unseren Stirnlampen um 5.25 Uhr die Hütte. Eine sternenklare Nacht begrüßt uns und wir steigen in Richtung Gletscher auf. Die blaue Stunde bricht an und schon ein Stück vorm Gletscher ist es hell genug, um ohne Stirnlampe weiter zu gehen. Nach wenigen Metern am Gletscher seilen wir uns an und ein langer Aufstieg zwischen tiefen Spalten und teils verschneiten Abgründen wartet auf uns. Wir halten uns gleich zu Beginn eher links und finden einen guten Weg bergauf. Großartig fehl-gehen ist bei so einem viel begangenen Berg ohnehin nicht möglich. Wir genießen den traumhaften Ausblick rund um uns. Dennoch zehrt der lange Aufstieg über den Gletscher an der Kondition. Wir können trotzdem ein gutes Tempo halten und sind trotz der kurzen Hüttennacht die Ersten, die unterwegs sind.

Es wird noch einmal etwas steiler bis man hinauf kommt auf den Grat zwischen großen und kleinen Venediger. Davor gilt es allerdings noch mit Hilfe einer Leiter eine große Spalte zu queren. Ein kleines Abenteuer, das uns mehr freut, als Angst macht. Von der Venedigerscharte geht es nochmal über einen Aufschwung bis zum luftigen Gipfelgrat. Die letzten Höhenmeter haben es noch einmal in sich. Aber das Ziel ist so nah. Dieser Blick über den schmalen Schneegrat hinüber zum Kreuz nach dem langen Aufstieg entschädigt jeden einzelnen Schritt. Was für ein Panorama!




Wir mussten zwar unsere ganze Tour umkrempeln und konnten unsere geplante Route nicht nehmen, aber dafür wurden wir mit einem traumhaften Sonnentag, klarer Sicht und einem unglaublichem Panorama belohnt.


Retour ging es über den selben Weg wieder zur Hütte und von der Hütte weiter über den heuer neu gebauten Abstieg zur Materialseilbahn. Unwetter hatten den vorherigen Weg verlegt und es herrscht wohl noch immer Steinschlaggefahr, daher ist der Weg gesperrt und es wurde eine Alternativ-Route gebaut.

Beim Abstieg waren wir uns alle einig: Gut, dass wir den Klettersteig bergauf genommen haben. Der Weg ist mehr eine Notlösung, nicht wirklich angenehm zum gehen und weit entfernt von schön. Aber: Wir kommen flott ins Tal.



Tourdaten

Ausgangspunkt: Obersulzbachtal/Salzburg

Höhenmeter: 1.830 hm

Gehzeit: zur Hütte etwa 1.15 Std./ zum Gipfel nochmal 3.45 Std.

Gut zu wissen: Das Hüttentaxi bis zur Materialseilbahn lohnt sich definitiv. Das Tal zieht sich seeehr. Als Aufstieg zur Kürsinger Hütte kann ich nur den recht einfachen Klettersteig empfehlen - es ist einfach die wesentlich schönere, aussichtsreichere und angenehmere Route.




 
 
 

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