top of page

#tirolerbergmadl

  • Weiß Instagram Icon
  • White Facebook Icon

Die Wildspitze - Tirols höchster Gipfel

  • Eva-Maria Fankhauser
  • 14. Aug. 2021
  • 3 Min. Lesezeit

Fernab vom Normalweg führt ein traumhafter Aufstieg über den Rofankarferner auf das Dach Tirols! Knackige 1900 Höhenmeter gilt es zu überwinden, um auf 3.774 Metern stehen zu können. Die Wildspitzüberschreitung der besonderen Art.





Startpunkt für unsere Tour ist der kleine Ort Vent im hintersten Ötztal. Am Parkplatz des Sesselliftes (5€) geht es mit dem E-Bike über die Forststraße bergauf. Wir geben Vollgas, um die ersten Höhenmeter schnell hinter uns zu lassen. Es geht hinauf bis kurz unterhalb der zweiten Bergstation bis zum Wegpunkt, wo der breite Wanderwege in Richtung Breslauer Hütte abzweigt. Wir fahren mit dem Bike über Stock und Stein noch bis zu einem kleinen Bach. Ab hier geht's zu Fuß weiter und knackig bergauf bis zur Hütte, wo uns die ersten Sonnrnstrahlen des Tages begrüßen.

Die Hütte ist wie leer gefegt, die meisten sind schon am Normalweg unterwegs zur Wildspitze. Wir gehen jedoch in die andere Richtung, also unterhalb der Hütte vorbei, wo der Weg in Richtung Wildes Mannle und Rofenkarferner führt. Nach einigen Gehminuten teilt sich der Weg. Wir steigen auf, der Gletscher rückt immer näher.



Kurz vorm Gletscher weht uns schon ein eisiger Wind entgegen. Der Weg wird stetig unwegiger und irgendwann steigt man mehr oder weniger nur mehr über felsiges Gestein hinauf. Wir suchen uns weiter oben linksseitig am Fels entlang einen höheren Einstiegspunkt und finden schnell einige Fußspuren, denen wir angeseilt bergauf folgen. Die Spuren weiter rechts haben wir zu spät gesehen - das wäre der deutlich schnellere Weg über den Rofenkarferner. Wir halten uns den Spuren nach aber eher links und müssen im großen Bogen einige Spalten umgehen und queren im steilen Gelände wieder nach rechts in Richtung des Grats, der den Rofankarferner und den eindrucksvollen Mittelbergferner trennt. Der Anstieg zum felsigen Grat ist am letztn Gletschetstück sehr steil. Oben angekommen entschädigt ein toller Ausblick.




Doch die Verschnaufpause währt nur kurz. Wir steigen am teils schneeigen Felsgrat weiter bergauf, umrunden rechtsseitig ein Felsköpferl und sind somit endlich am mächtigen Taschachferner angekommen. Hier steigen wir aber nur wenige Höhenmeter ab, denn für uns geht es direkt am Schneegrat steil über einen Hang hinauf. Jeder Schritt zehrt an der Kondition und der Hang zieht sich. Oben angekommen sieht man in gefühlt weiter Ferne den heiß ersehnten Gipfel. Wir queren nicht zu nahe an der großen Schneewächte den Grat und begegnen zum ersten Mal an diesem Tag anderen Bergsteigern. Es geht einige Schritte bergab, um kurz darauf noch einmal richtig steil bergauf zu steigen. Der Schnee wird weicher, wir sinken immer öfter teils bis zum Knie oder Hüfte ein. Doch der Nordgipfel ist zum Greifen nahe. Noch einmal durchschnaufen, Kräfte bündeln und weiter geht's. Und plötzlich sind wir da: am Nordgipfel der Wildspitze. Der südliche Hauptgipfel Tirols höchstn Bergrs liegt nur mehr gut fünf Gehminuten entfernt. GESCHAFFT!



Was für ein tolles Gefühl. Auch, wenn uns das Wetter während der Tour viel Sonnenschein spendiert hat, war's am Gipfel stürmisch und meist wolkenverhangen. Wir haben unseren Gipfelsieg trotzdem genossen. Sogar mit nur wenigen anderen Wanderern. Ein paar kurze Sonnenfenster und Blicke in die umliegenden Berge sowie eine Jause und dann geht's über den Normalweg retour.


Abstieg

Vom Gipfel geht's über Schnee und Fels hinunter zum Taschachferner. Wir seilen uns wieder an und folgen dem unübersehbaren Trampelpfad über den Gletscher. Doch auch hier ist Konzentration angesagt. Die Spalten sind großteils zugeschneit, viele sieht man trotzdem sehr gut. Auch, wenn schon unzählige Spuren über die Schneebrücken führen, weiß man nie wie viel sie noch aushält, ob man einbricht oder einfach drüber gehe kann. Im flotten Schritt steigen wir in südwestlichen Richtung zum Mitterkarjoch ab. Ab hier brauchen wir das Seil nicht mehr. Wir überklettern den Grat und steigen in den Klettersteig ein. Für uns ist der Abstieg kein Problem, wir benötigen auch kein Klettersteigset. Gegen Ende staut es sich jedoch und wir müssen im Fels ausharren. Am Fuß der Felswand angekommen geht es recht steil über die letzten Gletscherreste eine Rinne entlanghinunter auf den Rücken einer Moräne. Ab hier geht es teils markiert, teils Steinmandln folgend wieder in Richtung Breslauer Hütte. Der Weg führt oberhalb eines kleinen Bergsees vorbei und schon ist die Hütte in Sicht. Nach einer kurzen Rast freuen wir uns schon bald wieder aufs Bike aufsteigen zu können und ins Tal zu brausen.


Was für eine tolle Tour! Der Aufstieg hat uns zwar einiges abverlangt, war aber defintiv ein Highlight und traumhaft schön.


Danke Papa fürs Mitgehen!



Tourdaten


Startpunkt: Vent im Ötztal, Parkplatz Sessellift kostet 5€

Höhenmeter: 1900 hm

Gehzeit Ziel: 4 std 40 min

Gut zu wissen: Die Route über den Rofenkarferner ist ein kleines Träumchen. Wenig los, allerdings auch spaltenreicher und herausfordernd.



 
 
 

1 Comment


karl.doerflinger
Dec 15, 2022

Tirols höchster Gipfel ist der Großglockner 😉 … wunderschöner Bericht 💯

Like
bottom of page